Vorwärts Cottbus
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† Lothar Schulz

NameLothar Schulz
PositionAngriff
Geburtstag / Todestag * 05.08.1947 in Kauxdorf
† 25.04.2009 in Cottbus
Zeit bei Vorwärts05/1968 - 06/1970, 07/1971 - 06/1974
Anzahl Spiele86
Anzahl Tore12
Vereine vor VorwärtsBSG Lokomotive Falkenberg (09/1957 - 06/1963), SC Cottbus (07/1963 - 01/1966) BSG Energie Cottbus (01/1966 - 04/1968), ASG Vorwärts Cottbus (05/1968 - 06/1970), FC Vorwärts Berlin (07/1970 - 06/1971)
Vereine nach VorwärtsBSG Energie Cottbus (07/1974 - 06/1980), BSG Motor Saspow (07/1980 - 06/1982)

Als Trainer:
BSG Turbine Vetschau (07/1986 - 02/1990, Trainer), SG Frischauf Briesen 1912 (07/1996 - 06/1997, Trainer), SV Eiche Branitz (07/1997 - 06/1998, 07/1999 - 06/2002, Trainer)

Saisonstatistik

Saison Wettbewerb Spiele Tore
1968/69DDR-Liga211
1969/70FDGB-Pokal21
1969/70DDR-Liga230
1971/72DDR-Liga130
1972/73DDR-Liga134
1973/74DDR-Liga146

Biographie

Lothar Schulz wurde 1947 im brandenburgischen Kauxdorf geboren. In seiner Jugend spielte er ab 1957 für die BSG Lokomotive Falkenberg, für die er bis 1963 in allen relevanten Altersklassen auf Torejagd ging. Sein Talent brachte ihn im Sommer 1963 nach Cottbus, wo er aufs Internat ging und sich dem neugegründeten SC Cottbus anschloss. Bereits in seiner ersten Saison schaffte er es in die Junioren-Auswahl des SC und wurde an der Seite von Reinhard Lauck, Dieter Pawlack und anderen 1964 Meister in der Bezirksliga Cottbus. In der anschließenden Endrunde um die DDR-Juniorenmeisterschaft landete er mit dem SCC auf dem dritten Platz. Auch ein Jahr später konnte das junge Talent im Nachwuchs überzeugen und spielte um die Meisterschaft der Junioren-Bezirksauswahlen mit. Er erreichte mit der Cottbuser Auswahlmannschaft einen starken zweiten Platz. Seine tollen Leistungen brachten ihn 1965 schließlich auch in die erste Männermannschaft des SC Cottbus. Nachdem er am 30.Oktober 1965 bei Motor Hennigsdorf (2:2) sein DDR-Liga-Debüt gab, konnte er sich nur zwei Wochen später beim Punktgewinn in Dessau (2:2) sogar als Torschütze auszeichnen. Auch in den Spielzeiten 1966/67 und 1967/68 konnte er sich bei der neugegründeten BSG Energie Cottbus den einen oder anderen Einsatz erarbeiten, blieb jedoch hinter den bereits etablierten Spielern zurück. Nach drei Jahren und zehn DDR-Ligaspielen verließ er den Verein im Mai 1968 und ging zur Armee. Dafür wechselte er die Seiten und kam bei der ASG Vorwärts Cottbus unter. Bei Vorwärts Cottbus war Lothar Schulz ein gern gesehener Offensivspieler. Zwar glänzte er bei den Armeesportlern weniger durch seine Tore, dafür umso mehr durch seinen unbändigen Einsatz und sein uneigennütziges Spiel in der Offensive. Innerhalb von zwei Jahren absolvierte er 44 DDR-Liga-Partien für Vorwärts. Als er für die Saison 1970/71 zum Oberligisten Vorwärts Berlin delegiert wurde, stand er kurz vor dem Sprung in die höchste Spielklasse. Für die Berliner konnte er sogar vier Oberliga-Spiele bestreiten, stand ansonsten aber überwiegend für deren zweite Mannschaft in der DDR-Liga auf dem Platz. Ein Höhepunkt war seine Einwechslung im Achtelfinal-Rückspiel im Europapokal der Pokalsieger gegen Benfica Lissabon am 04. November 1970. Die 0:2-Hinspielniederlage in Portugal konnte in 90 spannenden Minuten aufgeholt werden. Schulz kam zu Beginn der Verlängerung ins Spiel und trug so seinen Teil dazu bei, das der FC Vorwärts durch ein 5:3 im Elfmeterschießen in die nächste Pokalrunde einzog. Nach nur einem Jahr konnte Schulz wieder zurück nach Cottbus und spielte noch drei weitere Spielzeiten für Vorwärts Cottbus, ehe diese 1974 nach Kamenz umgesiedelt wurden. Für die Armeesportgemeinschaft konnte er in besagten Jahren in 40 weiteren DDR-Liga-Spielen 10 Tore erzielen. Den Gang nach Kamenz ging Schulz dann aber doch nicht mehr mit und schloss sich stattdessen ab 1974 wieder Energie Cottbus an. Und Schulz kam genau zur rechten Zeit zu seinem Jugendverein zurück. 1974/75 siegte er sich mit Energie zum Staffelsieg in der Liga und trug dazu vier Treffer in 15 Spielen bei. Auch in fast allen Aufstiegsspielen stand Lothar Schulz auf dem Spielberichtsbogen und sicherte seiner Mannschaft den zweiten Oberliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte. Auch in der Oberligaspielzeit 1975/76 gehörte Schulz zum Stammpersonal und konnte in 21 Spielen drei Tore erzielen - gegen Dynamo Dresden (3:4), Magdeburg (2:2) und Chemie Leipzig (1:1). Nach dem sofortigen Wiederabstieg arbeitete er vier weitere Spielzeiten mit Energie daran die Rückkehr zu schaffen, scheiterte jedoch sowohl 1979 als auch 1980 in der Aufstiegsrunde nach zuvorigem Staffelsieg. Schulz konnte in den vier Jahren nach dem Oberligaabstieg 56 DDR-Liga-Partien bestreiten und nahm an 12 Aufstiegsrundenspielen teil. Zudem stand er 1979 in sechs FDGB-Pokalspielen im Aufgebot, als Cottbus im Wettbewerb bis ins Viertelfinale vorstoßen konnte. 1980 verließ er dann altersbedingt Energie nach 139 Pflichtspieleinsätzen mit 28 erzielten Treffern. Schulz spielte noch von 1980 bis 1982 bei Motor Saspow und beendete anschließend seine Karriere. Neben seinen über 200 Spielen zwischen 1983 und 1994 im Altliga-Team für Energie, trat Schulz auch noch als Trainer in Erscheinung. So trainierte er Turbine Vetschau von 1986 bis 1990 und betreute die Fußballmannschaft von Briesen in der Spielzeit 1996/97. Für die SG Eiche Branitz saß er 1997/98 auf der Trainerbank und auch als der damalige Spielertrainer von Eiche sich das Kreuzband riss, sprang Schulz noch einmal ein und übernahm das Traineramt. Bis 2002 leitete Lothar Schulz insgesamt vier Saisons die sportlichen Geschicke des Vereins, ehe er sich gänzlich aus dem Sport zurückzog. Am 25. April 2009 verstarb Lothar Schulz unerwartet in Cottbus an einer Lungenembolie. Er wurde nur 61 Jahre alt.